OW 5 - Vorwort von W. R. Benton

“Die Rebellen von Missouri”   

von Alfred Wallon

Ein historischer Roman über den berüchtigten William Clark Quantrill, der während des Sezessionskrieges blutige Geschichte schrieb und mit seinen Guerillabanden ganze Landstriche in Angst und Schrecken versetzte.

Vorwort von W.R. Benton

Während der vier langen und blutigen Jahre des Bürgerkrieges befand sich Amerika in einem totalen Chaos. Fortgesetzte Aktionen von Guerilla-Truppen auf beiden Seiten schürten die ohnehin schon heißen Flammen noch mehr an. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass dieser Krieg weit aus mehr verursacht hat als das Töten und Verkrüppeln von Soldaten, Matrosen und Zivilisten – er zerstörte beinahe eine ganze Nation. Selbst heute noch – 150 Jahre nach dem Ende des Krieges – gibt es noch unterschwelligen Zorn in den südlichen Staaten und eine Menge an unterschiedlichen Ansichten auf beiden Seiten der Mason-Dixon-Line wegen der Gründe, warum dieser Krieg überhaupt geführt wurde. Der Norden beharrte auf seinem heroischen Standpunkt, die Sklaven zu befreien, während der Süden wiederholt behauptete, dass dies nur wegen der Staatsrechtte so gewesen sei. Was ist nun richtig?

Nun, das ist gar nicht so einfach, und es gab verschiedene Varianten, die zum Krieg führten. Einer der Gründe ist sicherlich der permanente Kampf zwischen den Kansas Jayhawkers und den Redlegs, die zusammen gegen Missouri kämpften. Diese drei Gruppen bekriegten sich schon Jahre bevor der eigentliche Krieg begann.

William Quantrill und seine Guerialls waren Männer des Südens, die sich für das rächten, was ihnen von den Menschen aus Kansas angetan wurden. Sie waren rau, hart und ihrer Sache verschworen - aber trotzdem gibt es Beweise dafür, dass sie längst nicht so blutrünstig waren wie die Redlegs oder die Jayhawkers.

Meine Urgroßmutter lebte zu dieser Zeit in einer Gegend von Missouri, die man „Little Dixie“, nannte – wegen der Sympathie für den Süden. Sie sagte mir damals: „...Quantrill und seine Männer waren Helden in den Augen der Südstaaten. Zwar wurden sie vom Norden nicht als militärische Einheit anerkannt, waren sie trotzdem alle erfahrene Soldaten und mancher von ihnen kämpfte bei Wilson´s Creek in der Nähe von Springfield / Missouri und trug dabei eine Südstaatenuniform. Ich denke, sie haben dem Norden einen gewaltigenen Schrecken eingejagt, deswegen bezeichnete man sie oft als Kriminelle. Sie waren gewiss keine Heiligen, aber sie waren bei Gott nicht so grausam wie wie diese verdammten Jayhawkers, Redlegs oder Yankees...“

Der Grund dafür, warum Quantrill und seine Männer als kaltblütige Killer in Erinnerung geblieben sind, war der Angriff auf Lawrence / Kansas, am 21. August 1863. Es gibt widersprüchliche Berichte über die Anzahl der Männer, die Quantrill bei sich hatte. Auch die Verluste, über die berichtet wird, sind unterschiedlich in den Quellen genannt. Meine Recherchen haben ergeben, dass er fast 400 Guerillas in seiner Truppe hatte, und dass die Verluste sehr gering waren ( nur einer wurde getötet, und dieser Mann soll angeblich betrunken gewesen sein ). Natürlich gibt es unterschiedliche Berichte über die Zahl der Toten und Verletzten – was daran liegt, dass die Südstaatenarmee nur oberflächlich Buch geführt hat. Die wirkliche Zahl der auf beiden Seiten Gefallenen und Verletzten wird man wahrscheinlich niemals heraus finden.

Der Angriff begann sehr früh – kurz bevor dem ersten Hahnenschrei, und das Töten begann unmittelbar danach. Die Leute vom Land sind schon immer Frühaufsteher gewesen, deshalb war schon einiges in Lawrence los, als die Guerialls um 5 Uhr früh die Stadt stürmten. Die historischen Archive dokumentieren, dass in Kansas an diesem blutigen Tag 204 Menschen starben, und die meisten waren Männer oder Jungen. Man möge bitte bedenken, dass in dieser Zeit selbst ein 12-jähriger in der Lage war, einen Menschen zu töten, und viele Jungen in diesem Alter dienten in beiden Armeen. Deshalb mussten Quantrills Leute auch entscheiden, wer von diesen jungen Burschen für sie eine Gefahr darstellte und wer nicht. Diese Entscheidung wurde meist in Bruchteilen von Sekunden getroffen – mit einem endgültigen Resultat. Die brutalen und grausamen Vorgehensweisen von Bloody Bill Anderson, George Todd und Archie Clement trugen ihren Teil dazu bei, dass sich nach dem Massaker der Zorn des Volkes gegen die Guerillas richtete.

Es heißt, dass Jesse James und sein Bruder Frank auch am Angriff auf Lawrence beteiligt waren.. Jesse war gerade mal 15 Jahre alt, und Frank war 20. Jesse James wurde später bekannt als der Robin Hood der Südstaaten. Sein Leben als Bankräuber ist ein direktes Resultat der Unfähigkeit der Nordstaaten, ihm nach Ende des Krieges Amnestie zu erteilen. Er wurde in einen Hinterhalt gelockt und in der Nähe von Liberty / Missouri, schwer verletzt – gerade als er auf dem Weg war, um den Vereinigten Staate seine Loyalität zu dokumentieren. Als er sich von seinen schlimmen Verletzungen erholt hatte, beschloss er, die Yankees dort zu treffen, wo es ihnen am meisten weh tat – nämlich in ihrem Geldbeutel. Er raubte die Bank von Liberty am 13. Februar 1866 aus – als Vergeltung für den heimtückischen Anschlag. Diese Überfälle setzte er fort, bis er Jahre später getötet wurde. Der Banküberfall in Liberty war der erste Raub, der tagsüber statt fand, und zu diesem Zeitpunkt war Jesse erst 19 Jahre alt.

Während des Angriffs auf Lawrence suchte Quantrill nach Senator Jim Lane, denn er war sein größer Gegner. Lane konnte gerade noch fliehen oder war gar nicht in der Stadt (es kommt darauf an, auf welche historische Quelle man sich beziehen möchte). Es war ein gut organisierter Angriff mit ganz speziellen Zielen.

War William Quantrill wirklich der verrückte blutrünstige Killer, wie ihn der Norden beschrieben hat? Oder war er einfach nur ein Mann, der irgendwann keine Kontrolle mehr über das hatte, was er tat? War er wirklich der Held, für den ihn der Süden hielt, indem er für eine Lebensart kämpfte, die schon dem Untergang geweiht war? Ich denke, er war von allem etwas – und vor allen Dingen war er ein Mann, der zu einer Zeit lebte, als Kansas und Missouri in Flammen standen.

Ich empfehle Alfred Wallons Roman „Die Rebellen von Missouri“ aus gutem Grund – weil ich weiß, dass alle Freunde des authentischen Western diesen unglaublich gut recherchierten Roman lieben werden. Es ist ein richtiger Page-Turner, wie man in den USA sagt – voller Spannung und Berichten von Zeitzeugen sowie historischen Fakten. Und natürlich ausgezeichnet geschrieben!

Englisches Original

During the four long and bloody years of the Civil War, America was in total chaos and continuing acts by guerilla armies on both sides only added to the already hot flames.   It's important to remember the war did much more than just kill and cripple soldiers, sailors, and civilians, it almost destroyed a nation. Even today, over a hundred and forty years after the war, there is still lingering anger in the South and a lot of misconceptions on both sides of the Mason-Dixon Line over the reasons the war was fought.  The North has stood by the heroic stance it fought to free the slaves, while the South has continued to argue it was over states rights.  Which is correct?  Well, it's not simple and there were many variables that led to the war, of which the constant battle between the Kansas Jayhawkers and Redlegs, with the people of Missouri are key considerations.  These three groups were fighting years before the war officially started.
William Quantrill and his guerrillas were Southern men, out to avenge the wrongs done to them by the Kansans.  While they were ruthless men, hard and determined, there is evidence to show that man for man they were less bloodthirsty than the Redlegs or the Jayhawkers.  My Great-Grandmother lived those days in a section of Missouri called “Little Dixie” because of its Southern sympathies.   She told me, “Quantrill and his men were heroes in  the eyes of all Southerners.  While not recognized by the north as a military unit, they were all soldiers and many had fought at Wilson's Creek (near Springfield, Missouri) wearing a Southern uniform.  I think they
embarrassed the North to hell and back, so often they were listed as
criminals out of frustration.  They weren't saints, not by any stretch of the imagination, but by God they weren't nearly as bloody as them damned Jayhawkers, Redlegs, or Yankees were. ”The main reason Quantrill and his band are remembered as being cold blooded killers, is the attack on Lawrence, Kansas, on August 21, 1863.  There are
conflicting reports of the actual number of men Quantrill had, as well as the number of men he lost in the attack.  My research has shown the number of men he had along on the raid was close to four hundred and his casualties were very light, only one man killed (he was rumored to have been drunk).  Of course, there are different reports of the numbers of dead and the problem was the Southern Army kept very poor records.  The true numbers of injured and killed on both sides may never actually be known.
The attack came early, way before the rooster crows, and the killing started almost immediately.  Country folks are early risers, so the town was moving a bit as the raiders entered around five o'clock that morning.  Historical records state that 204 folks were killed in Kansas that bloody day, and most were men or boys.  Keep in mind, in those days' lads as young as twelve were fully capable of killing a man and numerous boys served in the Army on both sides.  So, many of Quantrill's raiders had to decide at what age a boy became a threat and the decision was often made in a split-second, with the results final.  But the brutal and ruthless actions of such men as “Bloody”  Bill Anderson, George Todd, and Archie Clement, only added to the deep anger that developed immediately following the atrocity.Jesse and Frank James were supposedly also along on the Lawrence raid and Jesse was just a little over fifteen (still a boy) and Frank was twenty.  Jesse James was to later become America's Southern Robin Hood and his life as a bank robber was a direct result of the Northern army's failure to allow him to surrender at the wars end.   He was ambushed and shot in the chest near the city of Liberty, Missouri, as he rode in to swear allegiance to the United States Government (a requirement to be paroled).  As Jesse recovered from his near fatal wounds, he decided to hit the Yanks hard, in their
pocket books.   He robbed the Liberty bank on February 13, 1866, as pay back  for the near deadly ambush, and after the robbery continued to harass the Yankees until he was murdered years later.  The Liberty, Missouri bank robbery was the first daytime robbery in American history and Jesse was only nineteen years old at the time. During the Lawrence, Kansas attack Quantrill really wanted General Collamore, who was the Mayor of the city, and Senator Lane because of their strong Yankee views.  General Collamore died there, hiding in a well, but  Lane got away or wasn't even in the town during the attack (depending on which records you believe).  It was a well organized attack, with some specific targets identified before the attack.
Was William Quantrill an insane bloodthirsty killer as the North has
described him or simply a man caught up in something he no control over?   Was he really a hero the South considered him to be, fighting for a way of life and willing to die for the Southern Cause?  I suspect he was perhaps a mixture of the two and a man who lived at a time when Missouri and Kansas were in flames.
I strongly recommend "The Missouri Rebels" and know all readers of authentic historical westerns will truly enjoy the tremendous amount of research Alfred Wallon has put into his book. It a real page turner, filled with excitement, and overflowing with information provided by eyewitnesses, historical facts, and excellent writing.


W. R. Benton Author of “Missouri in Flames, I Rode with Jesse James” and “Silently Beats the Drum” http://www.bentons-books.com

(C) Walter L. Kelch/mgverlag/2006 - Diese Seiten sind seit 25.12.2006 in Betrieb